Latshang TD, Schoch OD

                                                                     

Lungenkrankheiten und Höhenbergsteigen

Therapeutische Umschau. 2017;74:555-562. 

 

 

Abstract

Der Gesundheitszustand von Patienten mit einer vorbestehenden Lungenkrankheit wird auf unterschiedlichste Art durch die hypobare Hypoxie während eines Höhenaufenthaltes beeinflusst. Nicht alle Patienten mit vorbestehender Lungenkrankheit müssen auf das Höhenbergsteigen verzichten. Die Reise sollte aber mit grosser Sorgfalt geplant werden und insbesondere vorgängig eine ärztliche Beurteilung des Krankheitszustandes beinhalten. Es müssen genügend Medikamente, auch für den Notfall, mitgeführt werden. Alle bekannten Vorsichtsmassnahmen, die das Risiko für eine höhenassoziierte Erkrankung vermindern können, müssen bedacht und allenfalls Routenplanung und Medikation angepasst respektive ergänzt werden. In den letzten Jahren wurden grössere, randomisiert – kontrollierte Studien an Patienten mit Schlafapnoe und COPD auf moderater Höhe (1630 – 3200 m) durchgeführt, mit dem Ziel, die pathophysiologischen Auswirkungen der hypobaren Hypoxie und die optimale Therapieoption zu finden. Bei anderen Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale, pulmonaler Hypertonie oder diffusen parenchymatösen Lungenerkrankungen findet sich nur eine begrenzte Anzahl an Studien mit kleinen Patientenzahlen, es kann aber dennoch, unter Beachtung pathophysiologischer Überlegungen, eine Einschätzung des Gesundheitsrisikos mit Therapieempfehlungen während eines Höhenaufenthaltes abgegeben werden.

 

 

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