Die SGGM: Wie alles begann - oder eine tolle „Bieridee“

Urs Wiget

 

Wie es zur Geburt der Idee einer schweizerischen Gesellschaft für Gebirgsmedizin kam, ist rasch erzählt:

 

Bruno Durrer war 1984 von seinem Mentor Pietro Segantini, damals Oberarzt auf der Chirurgie des Universitätsspitals Zürich, an den Kongress über „High Altitude Deterioration“ (Rivolier, Cerrettelli, Foray, Segantini) nach Chamonix entsandt worden. Pietro war damals der Präsident der UIAA (Union Internationale des Associations Alpines) - ein wortgewaltiger Redner, der mit seinen vielen Sprachen und seiner imposanten Erscheinung alle Zuhörer in seinen Bann ziehen konnte. Bruno übernahm in der Folge all diese Fähigkeiten und baute sie sogar noch weiter aus.

 

Bei dem besagten Bier in Chamonix war auch Gregoire Zen Ruffinen als Student dabei. Er begleitete seinen Vater André, ein aktives Mitglied der damals schon als lockerer Verband bergbegeisterter Aerzte bestehenden GRIMM (Groupe Romand d‘Interventions Médicales en Montagne). Die Diskussion drehte sich um die Gebirgsmedizin, die damals von diversen kleinen Gruppen recht dilettantisch und fast ohne Austausch untereinander gelebt wurde. Es herrschte viel Enthusiasmus ohne grossen Einfluss - jeder kochte sein Süppchen aber selber.

 

So wurde die Idee einer SGGM bei einem Bier geboren! Genauso wie etliche andere Ideen - darunter auch jene der gebirgsmedizinischen Kurse für Ärzte, bei denen sich Hans Jacomet als Dritter im Bunde zu uns zweien gesellte. Diese Gebirgsmedizin-Kurse starteten dann im Jahr 1990 unter dem Patronat des Schweizerischen Alpen Clubs SAC. So fand der erste SGGM-Kurs im Hotel Tiefenbach statt, wo die Teilnehmer den eindrücklichen Vorträgen von Referenten wie Peter Bärtsch und Oswald Oelz lauschen durften.

 

Nach der Geburtsstunde 1984 sollte es allerdings noch 9 weitere Jahre bis zur offiziellen Gründung der Gesellschaft dauern…