Statuten der Schweizerischen Gesellschaft für Gebirgsmedizin SGGM

 

I. Name, Sitz und Zweck

Art 1: Die Schweizerische Gesellschaft für Gebirgsmedizin SGGM (Société Suisse de Médecine de Montagne SSMM, Società Svizzera di Medicina di Montagna SSMM) ist eine Gesellschaft im Sinne von Art. 60 ff des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Ihr Sitz ist der Wohnsitz des amtierenden Präsidenten.

Art 2: Zweck der Gesellschaft ist die Förderung der Gebirgsmedizin im Allgemeinen. Die Arbeitsgebiete der Gesellschaft im Speziellen sind:
a) Ausbildung, Lehre und Forschung, sowie nationaler und internationaler Erfahrungsaustausch auf den Gebieten der Physiologie, der Rettungsmedizin, der Sportmedizin und anderer medizinischer Disziplinen im Zusammenhang mit bergsteigerischer Tätigkeit.

b) Ausbildung, Lehre und Forschung sowie Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Allgemeinen Medizin, soweit diese die Berge betreffen.

c) Medizinische Aus- und Weiterbildung und Austausch von Erfahrungen für alle im Gebirge tätigen Personen und Interessengruppen, wie Bergführer, Skilehrer, Personal von Gebirgsbahnen, Angehörige alpiner Vereinigungen, Angehörige von Sportverbänden wie Delta- und Gleitschirmsegler, Organisatoren von Trekkings und Expeditionen, usw.

d) Redaktion und Herausgabe einer periodisch erscheinenden, wissenschaftlichen Publikation sowie die Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten auf dem gesamten Gebiet der Gebirgsmedizin.

e) Enge Zusammenarbeit mit den nationalen und internationalen Gremien, die auf dem Gebiet der Gebirgsmedizin arbeiten: UIAA (Union Internationale des Associations Alpines), IKAR (Internationale Kommission für Alpines Rettungswesen), ISMM (International Society for Mountain Medicine), SAC (Schweizer Alpenclub), ARS (Alpine Rettung Schweiz), GRIMM (Groupe d’Intervention Médicale en Montagne), Schweizer Luftrettungsorganisationen, Schweizer Armee, Wilderness Medical Society, Stiftung für alpine Forschung, Spéléo-Secours, Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung und andere ähnliche nationale und internationale Verbände.
 


II. Mitglieder

Art. 3: Die Gesellschaft setzt sich aus ordentlichen, ausserordentlichen, juristischen und Ehrenmitgliedern zusammen. Nur ordentliche und Ehrenmitglieder sind stimmberechtigt, ausserordentliche Mitglieder sind jedoch auch wählbar und haben Stimmrecht, wenn sie in den Vorstand gewählt werden.

Art. 4: Ärzte und Akademiker mit Hochschulabschluss medizinischer oder verwandter Richtungen mit besonderem Interesse an der Gebirgsmedizin können ordentliche Mitglieder der Gesellschaft werden. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand.

Art. 5: Natürliche Personen, die nicht unter Art. 4 fallen, sowie juristische Personen, die sich für die Zielsetzungen der Gesellschaft interessieren, können ausserordentliche Mitglieder werden. 

Art. 6: Auf Vorschlag des Vorstandes oder eines Mitgliedes der Gesellschaft kann die Generalversammlung diejenige natürliche Person zum Ehrenmitglied ernennen, die sich durch ihren Einsatz für Gebirgsmedizin speziell verdient gemacht hat. Das Ehrenmitglied ist vom Mitgliederbeitrag befreit.

Art. 7: Die Mitgliedschaft erlischt bei Austritt oder Tod des Mitgliedes. Austritte müssen dem Vorstand 4 Monate vor Ablauf des Kalenderjahres schriftliche mitgeteilt werden. Der Austritt wird nur rechtskräftig, wenn die finanziellen Verpflichtungen des Mitgliedes gegenüber der Gesellschaft geregelt sind.

Art. 8: Der Vorstand ist berechtigt, die Mitglieder auszuschliessen, die nach zwei Mahnungen mit ihrem Mitgliederbeitrag mehr als ein Jahr im Rückstand sind. Das so ausgeschlossene Mitglied kann bei der Generalversammlung rekurrieren, deren Entscheid dann definitiv ist. Der Ausschluss von Mitgliedern ist möglich, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen. Der Entscheid dazu liegt, nach Vorankündigung durch den Vorstand, bei der Generalversammlung. Er ist gültig, wenn 2/3 der anwesenden Mitglieder zustimmen.
Das Mitglied, dessen Ausschluss beantragt wird, kann der Generalversammlung seinen Standpunkt vorbringen. Der Ausschluss wird dem Mitglied schriftlich und unter Bekanntgabe der Gründe mitgeteilt.
 


III. Die Organe der Gesellschaft

Art. 9: Die Organe der Gesellschaft sind:
- die Generalversammlung
- der Vorstand
- die Arbeitskommissionen

Art. 10: Die jährliche Generalversammlung ist oberstes Organ der Gesellschaft und wird vom Präsidenten geleitet.  Die Einladung zur ordentlichen Generalversammlung sowie deren Traktandenliste und das Protokoll der letzten Generalversammlung müssen jedem Mitglied mindestens einen Monat vor Termin zugestellt werden.

Art. 11: Die Generalversammlung kann nur über auf der Traktandenliste aufgeführte Geschäfte entscheiden. Zusätzliche Geschäfte können behandelt werden, wenn 3/4 der anwesenden Mitglieder das wünschen. Die Generalversammlung ist kompetent für folgende Geschäfte:
a) Genehmigung des Protokolls der letzten Generalversammlung
b) Genehmigung der Jahresberichte des Präsidenten, des Kassier, der Revisoren sowie der Vorsteher der Arbeitskommissionen mit Entscheid über Décharge.
c) Wahl des Präsidenten und des Vorstandes, sowie der Rechnungsrevisoren. Für die Abstimmungen gelten das absolute Mehr im ersten Wahlgang und das relative Mehr in den folgenden Wahlgängen.
d) Festlegen des Jahresbeitrages und Genehmigung des Budgets.
e) Ernennung von Ehrenmitgliedern.
f) Entscheid über Ausschluss mit mindestens 2/3 Mehrheit der anwesenden Mitglieder.
g) Entscheide über individuelle Anträge von Mitgliedern, sofern diese mindestens sechs Wochen vor der Generalversammlung dem Vorstand schriftlich als zusätzliches Traktandum mitgeteilt worden sind.

Art. 12: Um beschlussfähig zu sein, muss die Generalversammlung mindestens so viele Mitglieder aufweisen, wie Vorstandsausschussmitglieder im gleichen Moment anwesend sind. 

Art. 13: Jedes ordentliche Mitglied verfügt über eine Stimme. Bei Entscheidungen und Wahlen gilt das absolute Mehr für den ersten Wahlgang, das relative Mehr ab dem 2. Wahlgang unter Vorbehalt anderslautender Bestimmungen in den Statuten. Abstimmungen und Wahlen erfolgen offen, ausser wenn 1/3 der anwesenden Mitglieder eine geheime Abstimmung oder Wahl verlangt.

Art. 14: Eine ausserordentliche Generalversammlung kann durch Entscheid des Vorstandes oder auf schriftlichen Antrag 1/5 der ordentlichen Mitglieder einberufen werden. Die ausserordentliche Generalversammlung muss innerhalb der zwei auf den Antrag folgenden Monate abgehalten werden.

Art. 15: Der Vorstand legt die Richtlinien für die wissenschaftliche und administrative Tätigkeit der Gesellschaft fest. Er übernimmt die Geschäftsführung und vertritt die Gesellschaft gegenüber Dritten. Der Vorstand ist für 3 Jahre gewählt. Nach Ablauf dieser Frist können Vorstandsmitglieder wiedergewählt werden.

Art. 16: Der Vorstand setzt sich aus einem Vorstands-Ausschuss und dem Gesamtvorstand (hier: Vorstand) zusammen. Zum Ausschuss gehören: Präsident, Vizepräsident. Past-Präsident (für ein Jahr nach Rücktritt), Kassier, Aktuar und der Redaktor des periodischen Publikationsorgans. Dieser Ausschuss leitet die laufenden Geschäfte der Gesellschaft. Zum Vorstand gehören ausserdem je ein Vertreter der folgenden Organisationen:
- ARS,UIAA, IKAR, ISMM, GRIMM
und die Vorsitzenden der Arbeitskommissionen.

Art. 17: Der Vorstand muss ein einfaches Mehr an ordentlichen Mitgliedern enthalten. Die in den Vorstand gewählten ausserordentlichen Mitglieder haben Stimmrecht im Vorstand und an der Generalversammlung, solange sie im Vorstand sind.

Art. 18: Der Vorstand bestimmt die Vorsitzenden der Arbeitskommissionen, die Mitglieder der Arbeitskommissionen werden vom Vorstand zusammen mit den jeweiligen Vorsitzenden ausgewählt. Diese Arbeitskommissionen sind administrativ und finanziell dem Vorstand unterstellt.

Art. 19: Die Zahl der Arbeitskommissionen ist unbeschränkt. Der Vorstand entscheidet über die Einsetzung oder den Rückzug von Arbeitskommissionen.

Art. 20: Der Vorstand wird durch den Präsidenten einberufen je nach Lauf der Geschäfte, jedoch mindestens viermal pro Jahr. Der Vorstand kann auch durch ein einfaches Mehr der Vorstandsmitglieder oder durch den Antrag eines einzelnen Mitgliedes des Vorstands – Ausschusses einberufen werden. Der Vorstand ist nur beschlussfähig, wenn mindestens das einfache Mehr an Mitgliedern anwesend ist. Der Vorstands - Ausschuss ist beschlussfähig, wenn der Präsident und mindestens noch zwei Mitglieder anwesend sind.

Art. 21: Die Gesellschaft ist rechtsgültig Dritten gegenüber vertreten durch Kollektivunterschrift des Präsidenten und eines Vorstandsausschussmitgliedes. In finanziellen Belangen ist der Kassier der Gesellschaft auch allein unterschriftsberechtigt.

Art. 22: Die Vorstandsmitglieder, Revisoren und Mitglieder der Arbeitskommissionen haben Anspruch auf Spesenvergütung.
 


IV. Finanzen

Art. 23: Die finanziellen Mittel kommen aus:
- Mitgliederbeiträgen
- Vergabungen und Schenkungen
- Zinserträgen und Ertrag aus Kongressen und Veranstaltungen
- Kurswesen
- Beiträgen verschiedener Art

Art. 24: Der Mitgliederbeitrag der natürlichen und der juristischen Personen wird durch die Generalver-sammlung festgelegt. Jedes Mitglied, ausgenommen Ehrenmitglieder, ist verpflichtet, diesen Jahresbeitrag innert zwei Monaten nach Rechnungserhalt zu bezahlen.

Art. 25: Das Geschäftsjahr ist normalerweise das Kalenderjahr, kann jedoch durch den Vorstand anderweitig definiert werden.
 


V. Allgemeine Verfügungen

Art. 26: Die Gesellschafter sind für durch die Gesellschaft eingegangene Verpflichtungen persönlich nicht haftbar. Solche sind einzig durch die Gesellschaftsfinanzen abgesichert.

Art. 27: Jeder Antrag auf Statutenänderung muss dem Vorstand mindestens sechs Wochen vor der Generalversammlung schriftlich eingereicht werden. Es kann nur über Statutenänderungen befunden werden, die auf der ordentlichen Traktandenliste der jeweiligen Generalversammlung aufgeführt sind. Statutenänderungen werden durch eine 2/3-Mehrheit der anwesenden Mitglieder an der Generalversammlung entschieden.

Art. 28: Die Auflösung der Gesellschaft muss durch den Beschluss einer durch den Vorstand einberufenen ausserordentlichen Generalversammlung entschieden werden. Dazu ist eine 2/3-Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder notwendig. Vermögen und andere Guthaben der Gesellschaft werden auf Institutionen mit ähnlichem Gesellschaftszweck übertragen. Solche Institutionen werden durch einfache Mehrheit der Generalversammlung bestimmt. Der amtierende Vorstand führt die Liquidation durch.
 


VI. Schlussbestimmungen

Art. 29: Soweit die vorliegenden Statuten keine besonderen Verfügungen enthalten, gelten die Bestimmungen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Art. 60 ff). Entsprechende Beschlüsse unterliegen dem Vorstand, unter Vorbehalt einer späteren Ratifizierung durch die Generalversammlung.

Art. 30: Die vorliegenden Statuten wurden an der Gründungsversammlung der Gesellschaft vom 8.12.94 in Uster genehmigt. Sie treten unverzüglich in Kraft. Änderungen erfolgten: GV vom 7.11.98 und GV vom 10.11.07.

Die deutschsprachige Version der Statuten ist verbindlich.